• 22.10.2017

    Gesamtübung der Feuerwehr Steinfurt

    Borghorst - Für die Feuerwehren ist grundsätzlich ein Einsatz mit Gefahrstoffen oder eine Einsatzstelle in Betrieben wo mit Gefahrstoffen gearbeitet wird immer eine besondere Herausforderung. Der Schwerpunkt bei der Menschenrettung bei solchen Lagen wird immer unter besonderem Aspekt der Sicherheit der eingesetzten Kräfte gesehen. Hierzu gibt es in der Feuerwehrdienstvorschrift 500 (Einheiten im ABC-Einsatz) die sogenannte „GAMS“ Regel. Diese Regel besagt, dass Einsatzkräfte in der Erstphase zur Menschenrettung unter dieser Regel vorgehen sollen.

    G efahr erkennen

    A bsperren

    M enschenrettung durchführen

    S pezialkräfte alarmieren

    Bei der Menschenrettung muss der Einsatzleiter eine Risikoabwägung machen und dann entscheiden ob er Einsatzkräfte zur Menschenrettung ohne Sonderausrüstung (z.B. CSA Chemikalienschutzanzug) vorschickt. Hierfür muss aber ein Sicherheitstrupp für die Rettung der eigenen Kräfte bereit stehen und ein „Not-Dekon“ Platz eingerichtet sein. In dem „Not-Dekon“ Platz sollen die geretteten Personen und die Einsatzkräfte von den Gefahrstoffen entfernt werden – gegebenenfalls nur durch das Entkleiden von Kleidungsstücken die mit dem Gefahrstoff in Verbindung gekommen sind.

    Als Beobachter einer solchen Übung und ohne die eben erläuterten Hintergrundinformationen kann man das Gefühl bekommen – die Rettung der Personen dauert augenscheinlich sehr lange.

    Unter diesen Vorbedingungen hatte Mark Borgmann die Aufgabe eine Übung für die Feuerwehr Steinfurt und das DRK Steinfurt vorzubereiten. Schon bei der Vorbesprechung zur Übung mit der Firma und Führungskräften wurde schnell klar - es gibt für die Feuerwehr „einfachere“ Einsatz- bzw. Übungslagen. Aber wie sagt man „Übung mach den Meister“.

    Im Stadtgebiet Steinfurt gibt es mehrere solcher Betriebe und auch auf den Straßen im Stadtgebiet werden durch Züge und LKWs Gefahrstoffe transportiert. Ein Grund mehr für eine solche Übung um die Handgriffe und Abläufe wieder zu trainieren.

    Das Szenario der Übung:

    Bei der Firma Hanke und Seidel im Schoppenkamp kommt es zu einem Betriebsunfall. Durch die Leitstelle wird mit dem Stichwort: Personen in Gefahr Freisetzung von ABC Gefahrstoffen - Vollalarm für beide Löschzuge und beide Ortsverbände des DRK Steinfurt ausgelöst.

    Beim Umlagern von IBC-Behältern mit Salzsäure mit einem Gabelstapler kollabiert ein Staplerfahrer. Der Stapler gerät außer Kontrolle und beschädigt einen IBC. Das IBC schlägt Leck und rauchende Salzsäure läuft aus. Durch den unkontrollierten Stapler stürzen zwei Betriebsangehörige von der Rampe und ziehen sich schwere Verletzungen zu. Ein weiterer Betriebsangehöriger verletzt sich schwer durch die freigesetzte Säure.

    Weitere Betriebsangehörige eilen zur Hilfe und werden ebenfalls verletzt. Die Rauchwolke breitet sich in Richtung Papeneschstraße aus.

    Als Einsatzleiter der Übung traf Marco Beckmann folgende Maßnahmen:

    Der Löschzug Borghorst soll unter dem „GAMS“ Regeln die Menschenrettung durchführen und den Not-Dekon Platz einrichten. Das DRK Borghorst richtete an dem Ende des Not-Dekon-Platz eine Patientenablage ein und versorgte die geretteten Patienten.

    Der Löschzug Burgsteinfurt baute über die zweite Zufahrt zum Firmengelände vom Wilmsberger Weg einen Angriff zur Abdichtung der IBCs vor und baute eine Dekonstraße für die eingesetzten Feuerwehrkräfte unter CSA auf. Hier wurden sie zur medizinischen Betreuung durch das DRK Burgsteinfurt unterstützt.

    Weitere Einsatzkräfte bekommen den Auftrag die Einsatzstelle großräumig abzusperren. So standen an allen Zufahrtsstraßen Feuerwehrfahrzeuge und sicherten die Einsatzstelle ab.

    Als Übungsbeobachter waren unter anderem die Bürgermeisterin der Stadt Steinfurt und Mitglieder der Ehrenabteilung beider Löschzüge der Feuerwehr Steinfurt vor Ort.

    Nachdem alle Verletzten gerettet und dekontaminiert wurden und die IBCs abgedichtet und umgefüllt waren, wurde im Gerätehaus Borghorst eine Nachbesprechung der Übung durchgeführt.

    Der Leiter der Feuerwehr Dirk Telgmann bedankte sich bei dem Team um Mark Borgmann für die Ausarbeitung der Übung. Auch der Vertreter der Firma Hanke und Seidel war sehr zufrieden mit der Leistung der Feuerwehr.

    Mit Musik des Musikzuges der Feuerwehr Steinfurt gab es für die ca. 100 Beteiligten der Übung noch einen kleinen Imbiss.

Hinweis

Sämtliche Texte der Berichte sowie Einsätze und entsprechende Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur nach vorheriger Freigabe extern verwendet werden.

Für weitere Fragen steht Ihnen das Team für Öffentlichkeitsarbeit gerne zur Verfügung.