• 16.05.2009

    Stadtbrandinspektor Pohl hängt die Feuerwehrjacke an den Haken

    Ein bisschen Wehmut spürt man schon bei Bernhard Pohl, der heute Abend stilvoll mit dem „Großen Zapfenstreich“ von seinem Amt als Stadtbrandinspektor verabschiedet wird. „Ich habe keinen Tag bereut“, geht Bernhard Pohl nicht mit einem lachenden und weinenden Auge, sondern blickt mit Stolz auf das Erreichte zurück.

    „Ich denke, dass es nach 20 Jahren an der Zeit ist, den Platz für Jüngere freizumachen. Ich hinterlasse einen geordneten Bereich mit leistungswilligen und fähigen Feuerwehrleuten.“

    Dass er zwei Jahrzehnte an der Spitze der Steinfurter Feuerwehr stehen würde, war für Bernhard Pohl eigentlich nie Ziel. Er trat 1972 in die Wehr ein, als Ersatz für den Grundwehrdienst, und wurde für zehn Jahre dienstverpflichtet. Den Wehrdienst konnte er auch deswegen nicht ableisten, weil er im elterlichen Betrieb dringend gebraucht wurde. „15 Monate Wehrdienst wären kaum zu verkraften gewesen“, sagt Pohl rückblickend. Da auch sein Vater bei der Feuerwehr (als Musiker) tätig war, war dieser Schritt naheliegend.

    Bernhard Pohl durchlief in den kommenden Jahren alle erforderlichen Lehrgänge. Aufgrund seines Engagements wurde den damals verantwortlichen Wehrführern der Stadt schnell klar, dass hier eine Führungskraft heranwuchs.1988, so erinnert er sich, wurde er gefragt ob, er sich die Führung der Löschzüge vorstellen könnte.

    Ehefrau sagte ja zu Herzenswunsch

    Ehefrau Elfriede war es dann, die spürte, dass diese Aufgabe für ihren Mann ein Herzenswunsch war. „Auch wenn ich das nie ausgesprochen hatte“, so Bernhard Pohl. „Doch ohne ihre Zustimmung hätte ich das nicht gemacht.“ Dann ging alles ganz schnell, zumal auch die Blauröcke des Löschzuges Burgsteinfurt ihm das Vertrauen bei der vorgeschriebenen Anhörung durch den Bürgermeister der Stadt Steinfurt aussprachen. Wie viele Einsätze er hinter sich hat, weiß Bernhard Pohl nicht genau. „Unwichtig“, sagt er.

    Nervenkostüm hat trotz allem gehalten

    Wichtig war ihm, dass seine Leute immer das Richtige tun, um zu helfen. Das war nicht immer einfach. Besonders die Unfallserie auf der B 54 Ende der 90er Jahre zerrte am Nervenkostüm. Weniger bei ihm – „auch ich war oft schockiert“ – als bei den jungen Kameraden. Da war man nicht nur als Fachmann, sondern auch als Psychologe/Seelsorger gefragt. Tätigkeiten, die heute – „Gott sei dank“ – von ausgebildeten Leuten wahrgenommen werden. In seiner Zeit hat nur ein junger Mann den Dienst quittiert, nach einem Unfall mit Toten und Schwerstverletzten. „Mich wundert heute, dass nicht mehr aufgaben.“ Aufgeben war und ist für Bernhard Pohl aber nie eine Frage gewesen. Kraft schöpfte er aus der tollen Kameradschaft, der Teamarbeit auch in schwierigsten Situationen, ob Tag oder Nacht, und der Erkenntnis, dass die Arbeit als Feuerwehrmann doch hoch geschätzt wird.

    Dankeschön selten

    „Doch leider kommt vielen ein Dankeschön wohl nur schwer über die Lippen.“ Nur eine junge Frau, der man nach einem Verkehrsunfall durch schnelles Eingreifen und mit Hilfe des Notarztes nicht nur das Leben retten, sondern auch eine Amputation ihrer Beine ersparen konnte, hat sich nach ihrer Genesung bedankt. „Wir alle schöpfen Kraft und Mut aus der Tatsache, dass wir meist Schlimmeres verhindern.“

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